top of page

Die verschiedenen Hundecharaktere

Unterschiedliche Hundetypen brauchen unterschiedliche Ansätze

Genau wie bei uns Menschen gibt es auch bei Hunden verschiedene Charaktere, unabhängig von Rasse, Grösse oder Herkunft. Und genau deshalb funktioniert Training nie für jeden gleich. Ich unterscheide grob zwei Typen, die wiederum einzelne Untercharaktere in sich tragen:

 

Leithunde – souverän, überlegt, eigenständig

Leithunde sind autonom und treffen Entscheidungen gerne selbst. Sie sind nicht stur im klassischen Sinn, sondern denken nach, wägen ab und handeln dann bewusst. Für sie muss ein Verhalten Sinn machen, sonst machen sie schlicht nicht mit.

In der Gruppen-Hundeschule fallen sie oft auf:
Sie begrüssen zuerst jeden Mensch und Hund, möchten Situationen im Blick behalten und sind mit „klassischen“ Trainingsmethoden nur schwer zu motivieren. Leckerli und Spiel funktionieren bei ihnen nur begrenzt: Nach drei Wiederholungen wird ein Spiel langweilig und Futter verliert in wichtigen Momenten an Wert.

Leithunde sind keine „Alpha-Rüden“, wie man sie aus alten Rudeltheorien kennt. Sie sind hochsozial und konfliktarm. Ihr Ziel ist Harmonie, nicht Dominanz. Grenzen setzen sie nur, wenn es nötig ist, etwa bei Aufdringlichkeit oder Stress. Wenn sie jedoch Grenzen setzen, dann sehr klar. Körperlich sind sie gerne unabhängig: Sie liegen oft für sich, suchen Ruhe und wirken auf Menschen manchmal so, als bräuchten sie keine Nähe oder Streicheleinheiten, dabei geniessen sie einfach ihre Me-Time.

 

Stärken: souverän, überlegt, kaum reaktiv, sozial sicher, alltagstauglich


Schwächen: wenig kooperativ, stur, führen Kommandos nur bei Sinnhaftigkeit aus, hoher Kontroll-/Neugierbedarf gegenüber anderen Hunden

 

Arbeitscharakter – kooperativ, sensibel, schnell im Lernen

Arbeitscharaktere wollen gefallen, arbeiten und kooperieren. Neue Aufgaben verstehen sie oft nach wenigen Wiederholungen und führen sie zuverlässig aus, auch mehrfach hintereinander.

Ihre Schwäche liegt im emotionalen Bereich: Sie sind unsicherer, brauchen Führung und klare Grenzen, damit sie nicht das Gefühl bekommen, immer „arbeiten zu müssen“ oder Verantwortung zu übernehmen. Reize schätzen sie oft schlecht ein und reagieren impulsiver: bellen, hinrennen oder überdrehen, je nach Gefühl.

Sie sind sehr anhänglich und körperlich zugewandt. Ein Hundetyp, der Nähe sucht und Bindung lebt. Doch auch hier braucht es Feingefühl: Übermässige Zuneigung in unsicheren Momenten kann sie schnell in die Rolle des Beschützers drängen.

 

Stärken: extrem arbeitswillig, motivierbar, spielfreudig, schnell im Lernen, hundesporttauglich


Schwächen: reaktiv gegenüber plötzlichen Reizen, emotional sensibel, eher unsicher oder naiv und will mit allen spielen, anhänglich bis klammernd

 

Warum das wichtig ist!

Diese groben Typen sind keine Rassen, sie kommen in jeder Rasse, jedem Alter und in jedem Mischling vor. Innerhalb dieser Kategorien gibt es weitere Charakterabstufungen, die Training, Alltag und Beziehung beeinflussen. Und hier ganz wichtig:
Charaktere sind keine Schubladen.
Viele Hunde liegen zwischen den Typen, zeigen Mischformen oder wechseln je nach Situation. Es sind Tendenzen, keine festen Labels und deshalb muss jeder Hund individuell betrachtet werden. Genau das macht individuelles Hundetraining so wertvoll:
Erst wenn der Charakter verstanden wird, kann ein Hund so geführt werden, wie er es braucht und das verändert alles.

Private & Mobile Hundeschule: About Me

©2024 by Jill und Jamie

  • Instagram
bottom of page